02.08.16

Willibald Böck verstorben

 

Foto: Thüringer Landtagsverwaltung

Foto: Thüringer Landtagsverwaltung

Mohring: Thüringen verliert eine prägende Gestalt des Neuaufbaus

Erfurt – „Mit Willibald Böck verliert Thüringen eine der prägenden Gestalten des Neuaufbaus in und nach der friedlichen Revolution.“ Das hat der Fraktions- und Landesvorsitzende der CDU-Thüringen, Mike Mohring, heute in Erfurt erklärt. Der am 30. Dezember 1946 in Bernterode im Eichsfeld geborene Böck ist heute im Alter von 69 Jahren in seinem Heimatort friedlich eingeschlafen. Böck war Abgeordneter der ersten und einzigen frei gewählten Volkskammer der DDR. Er gehörte dem Landtag von 1990 bis 2004 an. Von 1990 bis 1992 war er erster Innenminister Thüringens und von 1990 bis 1993 Landesvorsitzender der CDU Thüringen. Seit 2004 betätigte sich der studierte Deutsch- und Kunstlehrer als Maler und Galerist.


„Willibald Böck hat die Chance der friedlichen Revolution beherzt ergriffen. In der Volkskammer hat er die Wiedervereinigung Deutschlands mit herbei geführt. Als erster Innenminister des wieder erstandenen Landes verantwortete er zwei Jahre lang einen zentralen Politikbereich und lenkte ab August 1990 für drei Jahre die Geschicke unserer Partei“, so der Fraktions- und Landesvorsitzende. Die Innenpolitik des Landes prägte der Verstorbene auch in den Folgejahren mit: von 1994 bis 2004 als Vorsitzender des Landtagsinnenausschusses und von 1991 bis 2008 als Vorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU-Thüringen. Mohring arbeitete als junger Abgeordneter von 1999 bis 2004 als Mitglied im Innenausschuss besonders eng mit Böck zusammen. „Seine bodenständige Art, die politischen Aufgaben anzuschauen und zu lösen, hat mich tief geprägt. Er forderte und förderte mich. Dafür bin ich bis heute dankbar“, so der Unionspolitiker.
 
Wie Mohring in Erinnerung rief, „war Willibald Böck ein offener und geradliniger Mensch, ein kraftvoller Typ, der auf andere zugehen und sie begeistern konnte. Er verstand sich als ein Ermutiger und Ermöglicher. Man spürte ihm die festen Wurzeln in Familie, Heimat und Glauben ab, aus denen er seine Kraft schöpfte.“ Nach dem Ende seiner aktiven politischen Karriere schuf sich Böck in und mit der Galerie „Feine Thüringer art“ ein neues Betätigungsfeld. „Viele Weggefährten und Jüngere suchten dort das Gespräch mit Böck“, so der Unionspolitiker. Thüringens CDU-Fraktionschef erinnerte in diesem Zusammenhang an eine Ausstellung des Verstorbenen im Thüringer Landtag, die unter dem Titel „Kunst kann jeder – Böck malt auch“ stand. „Dieses Augenzwinkern zeichnete den lebensfrohen Eichsfelder genauso aus, wie der Vorsitz im Freundeskreis des Kinderhospizes Mitteldeutschland. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, schloss Mohring.
 
 
Dr. Karl-Eckhard Hahn
Pressesprecher