02.08.10

Regionale Agenda 21 darf nicht zum Papiertiger werden

Von: Thomas Gottweiss

Landkreis soll Impulsgeber und Dienstleister für Kommunen und Bürger sein

Der Vorsitzende des Umweltausschusses Thomas Gottweiss zeigt sich erfreut, dass die Umsetzung des Kreistagsbeschlusses zur Erarbeitung einer Regionalen Agenda 21 mit der Besetzung einer entsprechenden Stelle im Landratsamt nun Form annimmt.
„Die Regionale Agenda 21 darf nicht zum Papiertiger werden, der in den Schubladen verschwindet“, betont Gottweiss. Daher sei es notwendig, die Ausschüsse nicht nur über den Stand der Erarbeitung zu informieren, sondern sie auch bei der Erstellung der im Kreistagsbeschluss formulierten Zielstellungen und Umsetzungsschritte intensiv zu beteiligen.

Einer der ersten Schwerpunkte der Regionalen Agenda 21 sollte dabei die Entwicklung der Photovoltaik im Landkreis sein. „Ich sehe ein mögliches kurzfristiges Ziel darin, darauf hinzuwirken, dass in jedem Ort im Weimarer Land mindestens eine Photovoltaikanlage installiert ist. Mittelfristig sollten 5 % der geeigneten Dächer im Kreis für Photovoltaik genutzt werden, langfristig sogar deutlich mehr“, so Gottweiss.
Damit diese Ziele umgesetzt werden können müsse der Kreis als Impulsgeber auftreten. Es reiche also nicht aus, nur den Ist-Stand zu analysieren und Entwicklungspotentiale zu formulieren. Der Kreis sollte sich vielmehr als Dienstleister für Bürger und Kommunen verstehen und vor Ort in Informationsveranstaltungen und Bürgerversammlungen über die Möglichkeiten der Erneuerbaren Energien informieren.

Gottweiss betont, dass bei der Erstellung der Regionalen Agenda 21 das Prinzip der Nachhaltigkeit konsequent beachtet werden soll. „Aus meiner Sicht gibt es auch im Bereich der Erneuerbaren Energien Entwicklungen, die eher etwas mit Technikgläubigkeit und ökonomischen Interessen zu tun haben als mit Nachhaltigkeit. So würde ein weiterer Ausbau der Windenergie im Weimarer Land sich negativ auf die Lebensqualität der Menschen auswirken und Landschaft und Natur beeinträchtigen. Ebenfalls kritisch zu betrachten ist der Einsatz von Photovoltaik auf Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden könnten. Auch beim Ausbau der Erneurbaren Energien heißt es daher auf die Sinnhaftigkeit und den Einklang mit Mensch und Natur zu achten“, so Gottweiss.

Ebenfalls wichtig sei, dass in der Regionalen Agenda 21 neben okölogischen auch soziale und ökonomische Aspekte beachtet werden. Daher werden sich der Umweltauschuss und der Wirtschaftsausschuss in einer gemeinsamen Sitzung über den aktuellen Stand der Umsetzung des Kreistagsbeschlusses informieren lassen.