12.01.17

Neujahrsempfang in Apolda erlebte Mohring als Mahner

 

Foto: Sascha Margon

Foto: Sascha Margon

Apolda. Bei all der Euphorie, die in dieser Woche beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Stadt und ihrer Wohnungsgesellschaft in der Apoldaer Stadthalle angesichts der nahenden Landesgartenschau völlig zu recht mitschwang, kam dem CDU-Landeschef, Oppositionspolitiker und Stadtratsmitglied Mike Mohring die Rolle des Mahners zu.

Nicht etwa mit Blick auf die Landesgartenschau 2017, sondern vielmehr mit Blick auf die drohende Gebietsreform. Diese könnte mittelfristig das im Wert schmälern, was in der Glockenstadt in den vergangenen Jahren auch unter Nutzung von Fördermitteln an infrastrukturellen Verbesserungen entstanden ist und schlussendlich eine erhebliche Aufwertung mit sich zog. Verlöre Apolda den Status und damit die Kreisverwaltung, seien mittelfristig auch Polizei-Inspektion, Amtsgericht, Krankenhaus und mehr gefährdet. Die Diskussionen würden dann zwangsläufig einsetzen und Apolda mit dem Wegfall etwa der beiden größten Arbeitgeber – Krankenhaus und Landratsamt – verlieren.

Um zu verdeutlichen, worum es ihm geht, schlug Mike Mohring einen Bogen vom einstigen Unternehmer Max Wiener, dessen Name sich maßgeblich mit der Herressener Promenade verknüpft – und der sich von außen (Weimarer Hofgärtner) inspirieren ließ – über die Herren Ulrich Burghoff (Finanzen) und Michael Müller (Bürgermeister) nach der Wende bis zu den strategischen Entscheidungen in der Amtszeit von Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand. Es sei viel getan worden, um Apolda attraktiver zu machen, Grundlagen für mehr Lebensqualität zu schaffen, so Mohring.

Würde die Gebietsreform von der rot-rot-grünen Landesregierung wie geplant durchgezogen, wäre nicht zuletzt der Kreisstadt-Status von Apolda akut gefährdet, ist Mohring sich sicher. Natürlich wurde vieles von dem, was er am Dienstag auf den Punkt brachte, in den vergangenen Monaten schon desöfteren von ihm und anderen gesagt; allerdings nutzte Oppositionspolitiker Mohring das Forum von rund 200 Gästen in der Stadthalle dazu, um wachzurütteln.

In Erfurt würden sich die, die derzeit an der Macht seien, anschicken, Entscheidungen zu treffen, in denen sie sich letztlich einen Dreck darum scherten, was aus Apolda wird. Dieses aber dürfe man nicht einfach hinnehmen, weswegen Mohring daran erinnerte, dass die Bürger diese Gefahr für Apolda und das Umland erkennen und ihren Protest dagegen formulieren.

In den mit Unternehmern, Politikern und Verwaltungsleuten, aber auch ganz "normalen Bürgern" voll besetzten Saal hinein rief Mike Mohring deshalb: "Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sich für die Stadt einsetzen wollen, denn auch nach 2018 gibt eine Entwicklung .?.?." Die in Erfurt müssten endlich spüren, dass die Menschen hier bereit sind, für ihre Heimat zu kämpfen. Wenn die bei der Landesrefgierung keinen Widerstand zu spüren bekämen, würden sie ihr Ding so durchziehen. Nur das Volk selbst könne dem Einhalt gebieten, warb Mohring um Unterstützung.

TA Dirk Lorenz-Bauer / 12.01.17